Fördermöglichkeiten in der Aus- und Weiterbildung

von Olaf Ortmann

Aus- und Weiterbildung ist für Unternehmen zur Fachkräftesicherung und Mitarbeiterbindung ein immer wichtigeres Thema. Vor allem unter Berücksichtigung des in vielen Bereichen bestehenden Fachkräftemangels und des demografischen Wandels. Um insbesondere Klein- und Mittelständische Unternehmen bei der Aus- und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter zu unterstützen, gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit, die Länder oder über ESF-Mittel, die wir Ihnen in diesem Artikel näher bringen möchten.

 

  1. Bildungsscheck NRW 2015

Der Bildungsscheck NRW, finanziert durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF), richtet sich an Betriebe oder Beschäftigte von Unternehmen in NRW mit einer maximalen Betriebsgröße von 249 Mitarbeitern. Die Zielgruppen sind dabei ausdrücklich An- und Ungelernte, Beschäftigte ohne Berufsabschluss und Zugewanderte.

Gefördert werden Kurskosten ab 500,- €, wobei die Förderhöhe 50% der Kurskosten und maximal 500,- € pro Bildungsscheck beträgt.

Der Bildungsscheck unterscheidet den betrieblichen und den individuellen Zugang. Dabei werden beim betrieblichen die restlichen Kosten durch den Betrieb, beim individuellen Zugang durch den Beschäftigten selbst getragen. Die maximale Anzahl von Bildungsschecks, die über den Betrieb laufen ist auf zehn Stück für den Zeitraum von zwei Kalenderjahren eingeschränkt. Beim individuellen Zugang kann der Beschäftigte einen Bildungsscheck im Zeitraum von zwei Jahren erhalten, wenn sein zu versteuerndes Einkommen max. 30.000 €, bzw. bei gemeinschaftlich Veranlagten max. 60.000 € beträgt.

Weitere Informationen unter:

http://www.arbeit.nrw.de/

 

  1. Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit

„Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (WeGebAU) ist ein Programm der Bundesagentur für Arbeit. Das Programm richtet sich an Unternehmen zur Förderung ihrer Mitarbeiter und steht auf drei Säulen.

Säule 1 richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Arbeitnehmern. Hier können für Arbeitnehmer, die das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, die Lehrgangskosten bis zu 50% übernommen werden.

Säule 2 zielt auf die Förderung von abschlussbezogenen Weiterbildungen für geringqualifizierte Arbeitnehmer. Für den Betrieb kann hier ein Arbeitsentgeldzuschuss gewährt werden.

Säule 3 beinhaltet eine abschlussorientierte berufsqualifizierende Ausbildung für gering qualifizierte Arbeitnehmer, bei der die Weiterbildungskosten und das Arbeitsentgelt gefördert werden.

Für das gesamte Programm gilt, dass die Weiterbildung allgemeine am Arbeitsmarkt verwertbare Kenntnisse vermitteln muss und die Weiterbildung sowie der Bildungsträger müssen für die Förderung zugelassen sein (AZAV). Gesetzlich verpflichtende Qualifizierungen werden nicht gefördert.

Weitere Informationen und Voraussetzungen erhalten Sie unter:

http://www.arbeitsagentur.de/

 

  1. Bildungsprämie

Die Bildungsprämie ist ein Programm des Bundes mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds bei dem zwischen Prämiengutschein und dem Weiterbildungssparen unterschieden wird.

Beim Prämiengutschein kann eine Weiterbildung in Höhe von maximal 1000 € gefördert werden, dabei sind 50% der Kursgebühr durch den Gutschein abgedeckt. Des Weiteren muss der Antragsteller mindestens 25 Jahre alt sein und mindesten 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sein. Sein zu versteuerndes Jahreseinkommen darf 20.000 €, bzw. bei gemeinschaftlich Veranlagten 40.000 € nicht übersteigen. Ein Prämiengutschein kann alle zwei Jahre beantragt werden. Beim Weiterbildungssparen wird die Arbeitnehmersparzulage für die Weiterbildung genutzt.

Weitere Informationen und Voraussetzungen zur Bildungsprämie erhalten Sie unter:

http://www.bildungspraemie.info

 

  1. Bildungsgutschein

Die Weiterbildung beschäftigter und arbeitsloser Personen kann unter bestimmten Fördervoraussetzungen durch einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters mit bis zu 100% gefördert werden. Sowohl die Weiterbildungsmaßnamen, als auch der Bildungsträger müssen zertifiziert sein (AZAV).

Weiter Informationen und Voraussetzungen für die Förderung erhalten Sie unter

http://www.arbeitsagentur.de/

 

Es gibt vielfältige Möglichkeiten sich Aus- und Weiterbildungen fördern zu lassen, um so nicht nur Fachpersonal mit aktuellem Wissen und Informationsstand zu haben, sondern auch ein erfolgreiches und wettbewerbsfähiges Unternehmen zu bleiben.

 

Olaf Ortmann ist geschäftsführender Gesellschafter der ZAL Zentrum Aus- und Weiterbildung Ratingen GmbH. Die ZAL Zentrum Aus- und Weiterbildung GmbH ist Ihr Partner für Personalentwicklung und Qualifizierung in NRW insbesondere im gewerblich-technischen und kaufmännischen Bereich.

www.zal-ratingen.de

 

Stand der Informationen ist der 25.08.2015
Für die Informationen wird keine Gewähr übernommen.